Versicherung/Bausparvertrag beleihen/verkaufen

Haben Sie eine Kapitallebens-/Renten- und/oder Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr und/oder einen Bausparvertrag abgeschlossen? Wenn Not am Mann ist, können Sie sich überlegen, diese zu beleihen oder zu verkaufen.

Diese Versicherungen und den Bausparvertrag haben Sie ja aus gutem Grund: Sie wollten beim Abschluss vielleicht eine Geldlücke für das Rentenalter schließen, Ihre Familie für den Ernstfall absichern oder auch die Finanzierung eines Eigenheims erleichtern. Aber manchmal fordern bestimmte Umstände, dass Sie genau jetzt dringend Geld benötigen und nicht noch bis zu 20 oder sogar 30 Jahre auf den Geldsegen warten können.

Wenn Sie zum Beispiel Ihre Lebensversicherung verkaufen wollen, dann möglichst nicht an den Versicherer. Der Rückkaufswert ist nicht sehr hoch und Sie müssen gegebenenfalls auch noch Stornogebühren bezahlen. Hier bietet sich der Verkauf auf dem Zweitmarkt für Lebensversicherungen an. Dafür kommen momentan in Deutschland bei den Lebensversicherungen aber nur kapitalbildende Lebensversicherungen in Frage, also keine Risiko-Lebensversicherungen. Sie sollten auch darauf achten, ob der Verkauf steuerfrei ist oder ob Sie Steuern dafür zahlen müssen. Kapitallebensversicherungen, die mit einer Mindestlaufzeit von 12 Jahren vor 2005 abgeschlossen wurden und für die Sie mindestens 5 Jahre Beiträge gezahlt haben, sind steuerfrei. Wenn die Versicherung ab dem 31.03.1996 abgeschlossen wurde, muss zusätzlich ein Todesfallschutz inklusive sein, dessen Höhe mindestens 60% der Beitragssumme ausmachen muss. Ansonsten ist der Verkauf der Lebensversicherung nicht steuerfrei.

Ist Ihnen der Schritt des Verkaufs Ihrer Lebens- oder Rentenversicherung zu extrem und Sie suchen nach Alternativen? Dann können Sie ein Policendarlehen in Betracht ziehen. Dabei wird der Rückkaufswert Ihrer Versicherung als Sicherheit genommen. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Ratenkredit sparen Sie sich die Bonitätsprüfung und Ihre SCHUFA interessiert auch keinen. Sie können sich mal ein unverbindliches Angebot von Ihrem Versicherer einholen, sollten aber auf jeden Fall noch andere Interessenten (meist Banken oder auf Policendarlehen spezialisierte Unternehmen) nach deren Konditionen fragen. Das beste Angebot erhält dann den Zuschlag – fertig. Je nachdem, bei wem Sie das Policendarlehen abschließen, ergibt sich eine rechtlich andere Situation. Sie müssen beim Darlehnensgeber nur noch eine  Abtretungserklärung unterschreiben oder es wird eine Abtretungsbemerkung bei der Versicherung eingetragen. Die Auszahlung eines Policendarlehens erfolgt meistens schneller als die eines herkömmlichen Kredits, weil eben auf einige Sicherheitschecks verzichtet werden kann. So können Sie schon nach 7 – 14 Tagen über das Darlehen verfügen.

Es gibt auch die Möglichkeit, dass Sie eine Vorauszahlung (sozusagen einen Vorschuss) auf die Versicherungsleistung erhalten. Diese können Sie vom Versicherer oder eben von einem spezialisierten Unternehmen erhalten. Wenn die Versicherungssumme dann fällig ist, wird sie um den vorgestreckten Betrag und die angefallenen Zinsen gekürzt. Die Versicherung bleibt dabei vollständig erhalten (auch der Todesfallschutz).

Hüten Sie sich vor schwarzen Schafen und Scharlatanen. Lesen Sie immer das Kleingedruckte durch (manchmal lauern dort versteckte Kosten oder Gebühren) und informieren Sie sich über den potentiellen Käufer – im Internet gibt es meist hilfreiche Erfahrungsberichte zu den einzelnen Unternehmen. Lassen Sie sich bei einem Anbieter, dem Sie nicht 100% vertrauen, nicht auf Ratenzahlung ein – wenn er sich absetzt oder Insolvenz anmeldet, haben Sie das Nachsehen.

Falls es Ihnen schon helfen würde, wenn Sie die Raten Ihrer Versicherung oder Ihres Bausparvertrags sparen können, gibt es auch die Möglichkeit, das jeweilige Produkt beitragsfrei stellen zu lassen. Dann fällt zwar die Endsumme geringer aus, aber Sie haben die Versicherung/den Vertrag wenigstens noch. Man weiß ja nie, was kommt.