Rund um die Fußgängerzone

Zugegeben, es scheint auf den ersten Blick etwas abstrus zu sein, in der Fußgängerzone Geld verdienen zu wollen. Aber keine Angst, es geht nicht darum, dass Sie sich dort hinstellen oder hinsetzen und betteln. Schließlich gibt es einige andere Aktivitäten, mit denen Sie die Aufmerksamkeit der Passanten wecken und Ihnen dadurch vielleicht auch eine kleine Spende entlocken können. Zudem können Sie auch Dienstleistungen anbieten, diese dann natürlich nicht unentgeltlich.

Zu den eben erwähnten Dienstleistungen können Schuhe putzen, Teilmassagen, Luftballontiere basteln, Kinderschminken oder auch andere Tätigkeiten zählen. Können Sie etwas gut und ist die Nachfrage vorhanden? Dann tun Sie es doch einfach.

Wenn Sie lieber etwas darbieten wollen, könnten Sie Musik machen, Straßenbilder malen, Zaubertricks vorführen, tanzen, als Clown oder Pantomime auftreten oder akrobatische Einlagen (z.B. Jonglage) darbieten – ganz nach Talent und Mut.

Zunächst sollten Sie sich darüber im Klaren sein, was Sie in der Fußgängerzone darbieten oder anbieten wollen. Danach müssen Sie auf jeden Fall das für Ihre Wunschfußgängerzone zuständige Ordnungsamt kontaktieren und erfragen, ob die von Ihnen vorgesehene Tätigkeit (oder auch mehrere) dort erlaubt ist und wenn ja, was Sie dann beachten müssen.

Bei Straßenmusik sieht das zum Beispiel so aus, dass meist nach einer bestimmten Zeit der Standort gewechselt werden muss und nur zu festgelegten Uhrzeiten musiziert werden darf. Es kann für laute Instrument (Trompete, Trommeln etc.) Zeitbeschränkungen geben oder sie müssen sogar schriftlich genehmigt werden. Elektrische Verstärker sind natürlich auch verboten. In manchen Städten gibt es eine Art Casting, um die Qualität der musikalischen Darbietung zu prüfen. In Großstädten werden Auftritte meist strenger reglementiert als in kleineren Städten und auf dem Land. Aktives Spendensammeln und die Aufforderung zum Spenden sind auch verboten. Wenn eine Genehmigung erforderlich ist, kann diese auch kostenpflichtig sein.

Also flux das Ordnungsamt interviewt und dann gleich das nächste Amt ins Visier genommen: das Gewerbeamt. Denn wenn Sie eine Gewinnabsicht haben, benötigen Sie auf jeden Fall einen Gewerbeschein, wahrscheinlich in diesem Fall eine Reisegewerbekarte.

Die GEMA scheint übrigens von Straßenmusikern keine Gebühren zu verlangen, aber machen Sie sich da bitte selber noch mal schlau.

Nachdem der ganze Behördenkram geregelt ist, können Sie sich nun der Organisation des Events zuwenden. Denken Sie an alle Hilfsmittel, die Sie zur Ausführung von Dienstleistung oder Darbietung benötigen. Vergessen Sie vor allem das Spendenbehältnis für die kostenlose Darbietung nicht. Sie können dafür zum Beispiel Ihren Instrumentenbehälter oder auch eine Dose verwenden. Das Behältnis sollte für die Passanten gut zugänglich sein, aber nicht zu zugänglich. Achten Sie auf eine regelmäßige Leerung, um Diebstahl vorzubeugen. Am besten haben Sie noch jemanden dabei, der ein Auge auf den Behälter werfen und einem Dieb im Notfall schnell nachrennen kann.

Das Geld, das Sie für Ihre Dienstleistung(en) erhalten, können Sie in eine Geldkassette oder direkt in Ihren Geldbeutel packen. Sehen Sie zu, dass Sie genügend Wechselgeld dabeihaben.  Machen Sie am besten glatte Preise (5/10/15 € etc.), dann müssen Sie keine Münzen mit sich rumschleppen (ok, wenn Ihnen jemand etwas Trinkgeld gibt, dann stecken Sie’s halt ein).

Wenn Sie zum Beispiel mit dem Schuheputzen ein bisschen was verdient haben, können Sie das Geld ja in eine etwas bessere Ausrüstung stecken, das zahlt sich bestimmt aus. Seien Sie, was immer Sie auch tun, höflich zu den Passanten, auch, wenn Sie mal jemand dumm anpöbelt. Da stehen Sie doch drüber, oder? Viele Menschen freuen sich über unaufdringliche Unterhaltung während ihres Stadtbummels – profitieren Sie davon!