Redner

Sie haben sehr gerne mit anderen Menschen zu tun, sind eloquent und in der Lage, das geschriebene Wort in Form einer Rede unterhaltsam, interessant oder auch einfühlsam vor Publikum zu präsentieren? Dann liegt Ihnen vielleicht die Arbeit als Redner.

Im Prinzip ist ein Redner auch nichts anderes als ein Schauspieler, der einen Monolog hält. Nur tut er das nicht auf einer Theaterbühne, sondern auf einem Podium, in einem Büro oder in der freien Natur. Zudem soll er eben nicht wie ein Schauspieler wirken, sondern wie jemand, der Ahnung von der Materie hat, über die er gerade spricht.

Redner arbeiten in vielfältigen Bereichen unserer Gesellschaft. Angefangen bei der Mitarbeitermotivation über Gesundheitsvorträge oder Kommunikationstraining bis hin zu Trauerreden. Es gibt eigentlich kaum einen Bereich, über den man nicht reden könnte. Vielleicht können Sie ausgehend von Ihrer bisherigen Berufs- und Lebenserfahrung den Menschen etwas Interessantes beibringen oder ihnen neue Perspektiven eröffnen.

Da Sie vor allem am Anfang sicher keine Rede aus dem Stegreif präsentieren können und wollen, empfiehlt es sich, eine Rede zu verfassen. Versuchen Sie es doch einfach einmal: nehmen Sie sich ein bestimmtes Thema, schreiben Sie sich zunächst die wichtigsten Stichpunkte auf und arbeiten Sie dann die Rede aus. Achten Sie auf die Wortwahl, Sie sollten das Geschriebene auch wirklich flüssig und überzeugend wiedergeben können. Schreiben Sie einfach so, dass Sie sich später bei der Rede noch wohlfühlen und nicht immer Angst haben müssen, stockend vorzutragen, weil Sie zu viele Fremdwörter und Fachbegriffe in die Rede eingebaut haben.

Wenn Sie später Auftragsreden halten, können Sie diese entweder frei gestalten oder bekommen bestimmte Vorgaben. Bei Trauerreden ist es zum Beispiel wichtig, so viel wie möglich über den Verstorbenen zu erfahren, um seinem Lebenswerk gerecht zu werden und nicht einfach nur Platitüden aneinanderzureihen.

Falls Sie noch nie eine öffentliche Rede geschwungen haben, versuchen Sie es doch einmal vor Freunden oder Verwandten. Bitten Sie diese, Ihnen direkt ein Feedback zu geben und absolut ehrlich zu Ihnen zu sein – nur so können Sie aus Ihren Fehlern lernen. Nehmen Sie die Kritik also nicht zu persönlich und arbeiten Sie stattdessen an Ihrer „Performance“.

Ob Sie als Redner ein Gewerbe anmelden müssen, sollten Sie mit dem für Sie zuständigen Gewerbeamt abklären. Es kann nämlich durchaus sein, dass Sie unter die Freiberufler fallen. Das würde dann bedeuten, dass Sie eben kein Gewerbe anmelden müssen, keine Gewerbesteuer zahlen und sich vor allem auch die doppelte Buchführung sparen können. Falls Sie aus irgendeinem Grund doch ein Gewerbe anmelden müssen, begeben Sie sich einfach zum zuständigen Gewerbeamt. Wo das ansässig ist, variiert von Gemeinde zu Gemeinde, einfach mal nachfragen. Vor Ort füllen Sie einen Antrag aus und erhalten nach Vorlage Ihres Personalausweises und dem Entrichten einer kleinen Gebühr Ihren Gewerbeschein. Das Amt benachrichtigt dann das Finanzamt und die entsprechende Kammer.

Ihre Bezahlung erhalten Sie direkt von Ihrem Auftraggeber oder über Mittelsmänner (bei Trauerreden erledigt das oft der Bestatter). Wählen Sie Ihr Honorar je nach Zeitaufwand und Ihren Auslagen.

Wenn Sie schon ein wenig als Redner gearbeitet und Geld verdient haben, können Sie einen Teil des Geldes ja in Ihre Weiterbildung als Redner, sprich in Rhetorikkursen anlegen. so erweitern Sie Ihre Fähigkeiten und werden noch vielseitiger. Sie können aber natürlich auch ohne Kurse weiterarbeiten, denn Übung macht ja bekanntlich den Meister.