Pfandgut sammeln

Wenn Sie ab und an mal die eine oder andere Pfanddose oder -flasche finden, freuen Sie sich sicher über diese kleine Finanzspritze. Warum also nicht die Suche nach Pfandgut etwas professioneller gestalten und den Gewinn vermehren?

Um Pfandgut zu sammeln, brauchen Sie nichts anderes als ein geschultes Auge, Transportbehälter und ein wenig Geduld beziehungsweise Zeit. Sicher wissen Sie auch schon ein paar Plätzchen, wo Ihnen früher schon herrenloses Pfandgut begegnet ist. Schauen Sie doch einmal dort nach, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet. Wenn diese Orte anderen Sammlern bekannt sind, könnte dort allerdings auch schon Konkurrenz sammeln. Dann sollten Sie versuchen, vor dem oder den anderen Sammlern dortzusein. Der frühe Vogel fängt den Wurm!

Oft werden Menschen, die Pfandgut sammeln, zu Unrecht als Personen am untersten Rande unser Wohlstandsgesellschaft eingestuft – abgesehen davon, dass es ja nicht schlimm ist, zu dieser Gruppe zu gehören. Schließlich kann jeder durch widrige Umstände in solch eine Lebenssituation kommen. Anstatt für die Arbeit, die sie sich machen und für ihren Beitrag zum Umweltschutz die Anerkennung zu bekommen, die sie verdienen, müssen sich Pfandgutsammler teilweise noch blöde Sprüche anhören. Aber da sollten Sie doch drüberstehen, oder?

Also geben Sie sich einen Ruck und springen Sie über Ihren Schatten. Wenn Sie zum ersten Mal Pfandgut aufheben, werden Sie vielleicht das Gefühl haben, dass alle Welt Sie dabei sieht und genau auf Ihre Handlungen achtet. Das ist aber oft gar nicht so. Sie müssen auch nicht das Gefühl haben, etwas Verbotenes zu tun. Wenn Sie irgendwo jemand Legitimiertes (also zum Beispiel jemand vom Ordnungsamt oder ein Mitarbeiter  eines Supermarktes) darauf anspricht, dass Sie unerlaubt Pfandgut sammeln, entschuldigen Sie sich höflich und lassen dort das Sammeln lieber sein.

Wo sind die Aussichten auf Pfandgut besonders groß? Natürlich überall, wo sich viele Menschen treffen und dabei Pfandgut liegenlassen, etwa bei Festivals oder Sportereignissen. Aber auch in öffentlichen Verkehrsmitteln lässt sich die eine oder andere Dose oder Flasche ergattern, ebenso vor Gebäuden oder Geländen, in oder auf die man keine Getränkebehälter mitnehmen darf. In der freien Natur werden leider (oder zum Glück für den Sammler) Getränkedosen und -flaschen achtlos weggeworfen. Klappern Sie ruhig einmal die Fahrradstrecken in die benachbarten Gemeinden ab – Sie werden erstaunt sein, was Sie da so alles finden. Sie können auch beliebte Waldwege abfahren oder ablaufen, gerade bei guten Wetter werden diese oft frequentiert und natürlich kann dabei auch einiges an Pfandgut zurückgelassen werden.

Bei der Rechtslage sieht es so aus, dass es hier eine Grauzone gibt. Explizit verboten ist das Pfandgutsammeln eben da, wo Sie vom Personal oder über Schilder darüber informiert werden. Es gibt einige Festivals, wo das Pfandgutsammeln verboten ist, weil zuviel Schindluder damit getrieben wurde. Wenn Sie sich trauen, können Sie Menschen, die ihr Pfandgut weggeworfen haben oder im Begriff sind, dies zu tun, fragen, ob Sie das Pfandgut haben dürfen. Dann geht das Pfandgut wirklich in Ihren Besitz über und niemand kann sich bei Ihnen beschweren.

Bevor Sie nun mit dem Pfandgutsammeln beginnen, fragen Sie doch beim für Sie zuständigen Gewerbeamt nach, ob Sie dafür einen Gewerbeschein brauchen – wo dieses Amt bei Ihrer Verwaltung sitzt, ist von Gemeinde zu Gemeinde verschieden. Wenn Sie einen Gewerbeschein benötigen, halten Sie ihn so allgemein wie möglich, dann ist sein Einsatzbereich größer.