Nachhilfe geben

War es immer schon Ihr Traum, als Lehrer zu arbeiten und anderen Menschen etwas beizubringen? Dann hätten Sie jetzt die Gelegenheit dazu, wenn Sie als Nachhilfelehrer arbeiten wollen.

Zugegeben, es ist nicht jedermanns Sache, vor fremden Menschen frei zu reden, aber das kann man üben. Trauen Sie sich ruhig etwas zu. Vielleicht haben Sie damit ja auch gar kein Problem – um so besser. Außerdem handelt es sich dabei normalerweise nur um eine einzelne andere Person, mit der Sie im Laufe der Zeit vertrauter werden oder es zumindest werden sollten.

Kontaktfreudigkeit und Kommunikationsfähigkeit sind nun mal beste Voraussetzungen für die Tätigkeit als Nachhilfelehrer. Zudem sollten Sie die Fähigkeit haben, dem Schüler das zu erlernende Wissen so zu vermitteln, dass er es versteht oder zumindest so gut verinnerlicht, dass er bei den entsprechenden Prüfungen deutlich bessere Ergebnisse erzielt als bisher. Denn das ist einer der Maßstäbe, an denen der Erfolg Ihrer Zusammenarbeit gemessen wird.

Bevor Sie sich dieser Aufgabe stellen, gehen Sie bitte in sich und überlegen Sie, in welchen Fächern beziehungsweise Fachgebieten Ihr Wissen ausreichend für Nachhilfestunden ist. Je höher die Klassenstufe oder die Semesterzahl, desto anspruchsvoller der Stoff. In manchen Fächern reichen Ihre Kompetenzen wahrscheinlich für niedrigere Klassenstufen und Semester, in anderen für höhere.

Das Feld der Nachhilfefächer ist breit aufgestellt: angefangen bei den klassischen Schulfächern (also Deutsch, Mathematik, Sachkunde, Bildende Kunst, Englisch, Französisch, Latein, Chemie, Physik, Biologie, Informatik, Geschichte, Erdkunde, Sozialkunde, Musik und Religion) über berufsbezogene Fächer (wie Buchführung, Rechnungswesen oder Betriebswirtschaftslehre) bis zu allen erdenklichen Sprachen und Hochschulfächern ist alles dabei.

Wenn Sie eine abgeschlossene Berufsausbildung haben, werden Sie in dieser Fachrichtung wahrscheinlich sehr versiert sein. Sie sollten sich zur Sicherheit und zur Fächerung Ihres Angebots aber ruhig noch mindestens ein oder zwei Fächer dazunehmen.

Kommen wir nun zu den Beschäftigungsmöglichkeiten als Nachhilfelehrer: Sie können sich privat Schüler suchen (zum Beispiel mit Hilfe von Aushängen oder Mundpropaganda), sich bei lokalen Nachhilfeschulen verdingen oder sich bei entsprechenden Online-Portalen anmelden.

Sie können sich auch überlegen, ob Sie lieber persönlich oder online Nachhilfe erteilen -oder sogar beides. Die Vorteile der Online-Nachhilfe bestehen unter anderem darin, dass Sie von Zuhause aus ohne lange Anfahrtszeiten (was das Ganze auch preiswerter für den Kunden macht) und ziemlich flexibel Ihren Nachhilfeunterricht gestalten können. Mit ein paar Extratools wie Headset und Skype geht das ganz einfach, eine Webcam kann, muss aber nicht verwendet werden. Bei manchen Schülern ist bei der Online-Nachhilfe nicht der nötige Ernst gegeben, wenn es da Probleme gibt, sollten Sie das mit den Eltern abklären und gegebenenfalls den Unterricht abbrechen.

Generell sollten Sie auch erkennen, wann Ihre und die Grenzen des Schülers erreicht sind und nicht beiden das Leben unnötig schwer machen. Dann seien Sie lieber ehrlich und konsequent. Das tut dann zwar Ihrem Geldbeutel nicht gut, aber Ihren Nerven und Ihrer Moral.

Der Verdienst hängt von vielen Faktoren ab. Es kommt unter anderem darauf an, ob Sie selbständig arbeiten oder einen Vermittler zwischengeschaltet haben. Zudem spielen Ihre Qualifikation, die Zahl der Stunden und der Bedarf eine Rolle. Daher bewegt sich der Stundenlohn zwischen 6 und 30€ pro Unterrichtsstunde à 45 Minuten (auf eine Zeitstunde hochgerechnet also zwischen 8 und 40€).

Wenn Sie als Nachhilfelehrer selbständig tätig sind, brauchen Sie sehr wahrscheinlich keinen Gewerbeschein, da es sich um einen unterrichtenden Tätigkeitsberuf handelt. Fragen Sie aber sicherheitshalber beim für Sie zuständigen Gewerbeamt nach.