Im Pfandhaus beleihen

Wenn in Ihrem Geldbeutel mal wieder Ebbe angesagt ist, könnten Sie sich überlegen, ob Sie einige Ihrer Habseligkeiten im Pfandhaus beleihen wollen. Das bietet sich vor allem an, wenn Sie sehr schnell an Geld gelangen wollen und Ihnen sonstige Kreditwege versperrt sind.

Meist beleihen die Pfandhäuser Schmuck, Edelmetalle, Perlen, Diamanten, Edelsteine und Uhren von hervorragender Qualität. Es gibt aber auch Pfandhäuser, die sich auf bestimmte zu beleihende Gegenstände spezialisiert haben, teilweise sogar auf Waffen, Fahrzeuge oder Immobilien. Manchmal werden auch elektronische Geräte wie DVD-Player, PC-Monitore, Computer, Handys, Camcorder und ähnliches beliehen.

Prinzipiell läuft das so ab, dass Sie sich zunächst überlegen sollten, was Sie beleihen wollen und auf was Sie eventuell in Zukunft verzichten können/wollen, falls Sie am Ende der Laufzeit die entsprechenden Gegenstände nicht mehr auslösen können (oder wollen).

Erwarten Sie nicht zu viel, denn gerade elektrische Geräte verlieren nach dem Kauf dramatisch an Wert. Wenn es gut läuft, erzielen Sie die Hälfte des aktuellen Werts – meist ist es aber etwas weniger. Mit hochwertigem Schmuck haben Sie wegen der geringeren Wertminderung bessere Chancen auf einen höheren Kredit.

Wenn Sie vorsortiert haben, suchen Sie sich ein Pfandhaus in Ihrer Nähe und klären im Vorfeld ab, welche Gegenstände das jeweilige Pfandhaus überhaupt in Zahlung nehmen würde. So ersparen Sie sich und Ihren Gegenständen den unnötigen Transport. Dann vereinbaren Sie einen Termin oder sprechen dort spontan vor, je nachdem, wie das von dem Pfandhaus gehandhabt wird.

Bevor Sie sich auf den Weg zum Pfandhaus machen, sollten Sie Ihre Schätzchen auf Hochglanz polieren beziehungsweise so attraktiv wie möglich herrichten. Schließlich wollen Sie ja einen guten Eindruck machen und den höchstmöglichen Preis erzielen. Nach dem Aufhübschen die Gegenstände gut verpacken, elektronische Geräte am besten in der Originalverpackung transportieren, Schmuckstücke in der jeweiligen Schatulle. Achten Sie besonders bei empfindlichen Gegenständen darauf, dass sie gut gepolstert und im Fahrzeug abgesichert sind.

Wenn Sie am Pfandhaus angelangt sind, wird ein Mitarbeiter Ihre Pfandsachen in Augenschein nehmen. Er wird Ihnen dann ein Angebot machen und Sie können sich dann überlegen, ob Sie es annehmen wollen. Sie haben sich ja sicher im Vorfeld schon Gedanken über die Kredithöhe gemacht, also können Sie, wenn Ihnen der Betrag zu niedrig erscheint, auch ein wenig feilschen. Sie sollten sich auch – wenn möglich – mehrere Angebote einholen, damit Sie einen Vergleich haben.

Sie sollten allerdings bedenken, dass Sie bei einer höheren Kreditsumme auch höhere Zinsen zahlen müssen. Die Gesamtkosten für das Auslösen des Pfandes setzen sich aus  Kreditsumme + Zinsen + Lagerungsgebühr zusammen. Die Zinsen belaufen sich normalerweise auf 1% der Kreditsumme; die Lagerungsgebühren sind gestaffelt und bis zu einer Kreditsumme von 300€ festgelegt, sie betragen zwischen 1€ (Kreditbetrag 5 – 15€) und 6,50€ (Kreditbetrag 251 – 300€) pro Monat – über der Summe von 300€ ist sie frei ansetzbar.

Wenn Sie sich mit dem Pfandleiher einig geworden sind, wird nach Vorlage Ihres Personalausweises oder Reisepasses ein Pfandschein ausgestellt. Auf diesem stehen Kreditsumme, Laufzeit (mindestens 3 Monate), Zinsen und Gebühren. Nach Ablauf der vereinbarten Zeit haben Sie einen Monat Kulanzzeit, um Ihr Pfand doch noch einzulösen. Erst dann darf der Pfandleiher das Pfand versteigern.