Hundesitting

Wollten Sie schon immer einen Hund haben und hatten nie die Zeit, den Platz oder das Geld dafür? Oder haben andere Umstände den Besitz eines Hundes verhindert? Oder hatten Sie vielleicht sogar einen oder mehrere Hunde und mussten sie abgeben oder sie sind leider schon gestorben? Wenn im Moment etwas gegen die Hundehaltung spricht oder auch, wenn Sie einen oder mehrere eigene Hunde besitzen, gibt es da eine gute Möglichkeit, das Angenehme – das Zusammensein mit Hunden – und das Nützliche – dafür auch noch entlohnt werden – zu verbinden: das Hundesitting.

Wie sieht das dann im konkreten Fall aus? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie die Zeit mit anvertrauten Hunden verbringen können: entweder gehen Sie mit ihnen Gassi, passen in der Wohnung des Besitzers auf sie auf oder in Ihrer eigenen. Sie können nur einen Hund betreuen oder wenn Sie möchten, auch mehrere. Je nach Verträglichkeit und Zeitplan können Sie die Hunde entweder hintereinander oder zeitgleich betreuen – hierbei müssten dann die Betreuungszeiten koordiniert und die zurückzulegenden Entfernungen berücksichtigt werden.

Zu Ihrer Qualifikation ist zu sagen, dass Erfahrung mit Hunden auf jeden Fall ein Pluspunkt ist. Schließlich ist ein Hund ein lebendiges Wesen mit seinen ganz eigenen Gefühlen und Verhaltensmustern. Es ist sehr wichtig, dass Sie die Signale Ihres Schützlings erkennen und adäquat darauf reagieren können. Genau so elementar ist der Eindruck, den Sie bei dem Hund hinterlassen. Treten Sie bestimmt, aber nicht furchteinflößend oder bedrohlich auf. Denn Hunde wissen ganz genau, bei wem sie was dürfen und dementsprechend nutzen sie das aus. Natürlich soll der Hund Sie auch mögen, denn so ist diese Dreiecksbeziehung (Herrchen – Hund – Sitter) für alle Beteiligten am angenehmsten. Ihnen und dem Hund macht das Zusammensein mehr Spaß und Herrchen weiß seinen Liebling in guten Händen. Aber Vorsicht – seien Sie nicht zu vertraut mit dem Hund, denn dann könnte in seinem Besitzer ganz schnell die Eifersucht hochkeimen und dann haben Sie den Hund die längste Zeit betreut. Falls Sie merken, dass dem so ist, erklären Sie dem Besitzer, dass sich der Hund natürlich freut, wenn er Sie sieht, weil er weiß, dass jetzt gleich etwas Spannendes wie Spazierengehen oder Spielen ansteht. Falls Sie den Hund sehr gern haben, sollten Sie ihm das nur zeigen, wenn sein Herrchen das nicht mitbekommt.

Wenn Sie als Hundesitter arbeiten wollen, sollten Sie ein Gewerbe anmelden. Denn dass Sie als Hundesitter angestellt werden, ist eher unwahrscheinlich. Vielleicht tut sich Ihnen bei hohem Zeitbedarf eher ein 450€-Job auf. Dann sind Sie aber an diesen einen Auftraggeber gebunden beziehungsweise wird es dann komplizierter, wenn Sie noch andere Aufträge annehmen wollen. Deshalb ist es einfacher und sinnvoller, ein Gewerbe anzumelden. Dazu begeben Sie sich einfach zu dem für Sie zuständigen Gewerbeamt und melden dort ein Gewerbe an. Sie erhalten dann nach Vorlage Ihres Personalausweises einen Gewerbeschein. Als Tätigkeitsbereich können Sie Dienstleistung aller Art angeben oder falls das nicht geht, haushaltsnahe Dienstleistungen. Dann haben Sie bei Ihren Dienstleistungen mehr Spielraum als bei einer spezifischen Bezeichnung. Die Gewerbeanmeldung kostet eine kleine Gebühr, diese variiert von Amt zu Amt.

Denken Sie daran, eine Hundesitterversicherung abzuschließen, da Hundehaftpflichtversicherungen meist das bezahlte Hundesitten nicht mit abdecken. So sind Sie im Schadensfall abgesichert. Falls Sie mehrere Hunde betreuen, müssen diese alle durchgeimpft sein, damit sie sich nicht gegenseitig mit eventuellen Krankheiten anstecken.

Wieviel Sie für Ihre Dienste verlangen können, hängt von Ihrer Qualifikation, der Gegend und der Art der Betreung ab. Viel Spaß mit den kleinen Rackern!