Flohmarkt

Kennen Sie das? Man sammelt und sammelt über Monate und Jahre einen Haufen Gegenstände an, die man nicht braucht – sei es durch Schnäppchenkauf, Erbschaft oder Geschenke. Und genau diese Gegenstände können Sie auf dem Flohmarkt gegen gutes Geld loswerden.

Also stöbern Sie schon einmal los, was wirklich unnötig ist oder was Sie gerne verkaufen wollen, um danach mehr Platz und einen pralleren Geldbeutel zu haben. Sie werden überrascht sein, wie viele Dinge Sie ewig nicht mehr in der Hand hatten oder Sie werden vielleicht Gegenstände entdecken, deren Existenz sie verdrängt oder vergessen hatten. Um so besser, dass das Zeug jetzt wegkommen soll.

Das Gute ist, dass sich fast alles auf einem Flohmarkt verkaufen lässt. Bei dem einen oder anderen Gegenstand kann es halt ein wenig dauern. Wenn Sie genügend Platz zur Verfügung haben, stellen und legen Sie die ausgewählten Sachen erst einmal an einen trockenen und sauberen Ort und sorgen dafür, dass sie dort nicht zustauben. Sie können sich natürlich auch direkt an die Arbeit machen: Dinge, die noch original verpackt sind, bei Bedarf auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüfen und die anderen Gegenstände so herrichten, dass sie ansprechend aussehen. Das heißt, säubern und eventuelle Schäden in Ordnung bringen – wenn die Artikel alt oder antik aussehen sollen, lassen Sie natürlich die Patina und die anderen Zeichen der Zeit dran. Stellen Sie sich einfach vor, dass Sie der potentielle Kunde sind: würde Sie der Gegenstand in seinem jetzigen Zustand ansprechen?

Nach dem Säubern und Herrichten überlegen Sie sich einen realistischen Preis für die Artikel (vielleicht auch ein bisschen höher als Ihre Erwartungen, denn dann können Sie getrost mit dem Kunden handeln). Sie können die Gegenstände dann entweder einzeln etikettieren oder für Gegenstände, die in größeren Mengen verkauft werden, Preisschilder beschriften. Kleinere Gegenstände können Sie zum Beispiel in Kistchen oder Schachteln legen und die potentiellen Käufer können diese dann durchstöbern. Auf dem Flohmarkt alte Dinge durchzuschauen hat schon irgendwas von Schatzsuche, denn schließlich ist der Besucher meist auf der Suche nach etwas Besonderem.

Wenn die „Ware“ soweit startklar ist, geht es auf die Suche nach einem geeigneten Flohmarkt. Vielleicht haben Sie ja schon einen in Ihrer Nähe entdeckt. Wenn nicht, dann geben Ihnen die lokalen Printmedien oder das Internet (z.B. http://www.meine-flohmarkt-termine.de) Auskunft über mögliche Flohmärkte. Überlegen Sie sich, wie weit Sie eventuell bereit sind, zu fahren und schauen Sie sich dann die Daten Ihres Wunschflohmarktes an. Normalerweise kontaktieren Sie dann den Flohmarktbetreiber und melden sich unter Meterangabe Ihres Standes und Art Ihrer Ware an. Manchmal werden Tische gestellt, ansonsten tut ein normaler Tapeziertisch einen guten Dienst. Der ist schließlich 3 Meter lang und bietet schon relativ viel Platz. Wenn Sie keinen eigenen besitzen, können Sie wahlweise bei Bekannten oder im Baumarkt einen ausleihen.

Nachdem die Modalitäten Ihres Standes geklärt sind, geht es an die weitere Organisation. Passt denn alles in Ihr Auto? Ansonsten sollten Sie sich von jemandem ein größeres Auto leihen, am besten sogar einen Transporter oder Bus. Sie sollten sich sowieso schon Gedanken gemacht haben, ob Sie das Flohmarktding alleine durchziehen wollen oder jemanden zur Verstärkung mitnehmen. Für letzteres spricht, dass Sie die Sachen nicht alleine schleppen müssen und Sie nicht so alleine auf dem Flohmarkt sind. Sie haben dann jemanden zum Reden und einer kann immer am Stand bleiben, wenn der andere mal etwas erledigen will oder muss. Vier Augen sehen auch mehr als zwei, falls sich jemand an Ihren Artikeln zu schaffen macht. Und falls der Flohmarktort sogar weiter weg ist, können sie sich bei Bedarf mit dem Fahren abwechseln. Sie können Ihrer Begleitung ja einen Teil des Gewinns abgeben oder sie zum Essen einladen.

Apropos Begleitung: es gibt auf vielen Flohmärkten eine speziell für Kinder abgetrennten Bereich, in dem diese ihre Spielsachen unentgeltlich zum Kauf anbieten können. Falls Sie oder Ihre Begleitung Nachwuchs haben, der daran interessiert ist, auch etwas auf dem Flohmarkt zu verkaufen, fragen Sie doch im Vorfeld beim Veranstalter mal nach. Natürlich müssen Sie bedenken, dass Sie dann auch noch ein Auge auf die Kleinen haben müssen. Andererseits kann so ein Familienausflug auch sehr viel Spaß machen.

Übrigens: Wenn Sie nur nicht eigens für den Flohmarkt gekaufte Dinge „ohne Gewinnabsicht“ verkaufen (Gewinn machen Sie ja eh keinen, da Sie normalerweise für ein Objekt nicht den Einkaufspreis erzielen), benötigen Sie keinen Gewerbeschein, ansonsten ja. Sie benötigen für den Verkauf auf Flohmärkten sogar einen Reisegewerbeschein. Aber jetzt geht es zunächst ja erst einmal darum, Ihre gebrauchten Sachen an den Käufer zu bringen. Wenn Ihnen dann das Schnuppern der Flohmarktluft gefallen hat, können Sie sich ja immer noch überlegen, ob Sie neben- oder sogar hauptgewerblich ins Flohmarkt-Business einsteigen wollen.