Dienstleistungen anbieten

Eine gute Gelegenheit, ohne Mindestalter und Berufsausbildung an Geld zu kommen, ist das Anbieten von Dienstleistungen. Dies könnte zum Beispiel so aussehen, dass Sie zunächst in der Nachbarschaft oder im Bekanntenkreis nachfragen, ob irgendwo Ihre Hilfe benötigt wird.

Zu diesen Dienstleistungen kann alles zählen, was Sie bereit sind zu tun und wofür andere bereit sind, Geld auszugeben (natürlich nichts Illegales, versteht sich). Viele Menschen gönnen sich diesen Luxus, weil Sie nicht in der Lage sind, diese Dinge selbst zu erledigen (mangelnde Zeit oder Gesundheit) oder weil sie schlicht und ergreifend keine Lust auf diese Arbeit haben.

Es gibt einiges, was Sie anbieten können: Einkäufe erledigen, Gartenarbeit verrichten, Straße fegen, Auto waschen, Sperrmüll raustragen, Haushalt reinigen, Wäsche bügeln, beim Umzug helfen, Renovierungsarbeiten erledigen, mit dem Hund Gassi gehen und was es sonst noch so gibt. Hierunter fallen einfach alle Tätigkeiten, zu deren Ausübung Sie keine Papiere  (also Legitimationen oder Zeugnisse) und besondere Qualifikationen benötigen, aber selbstverständlich keine Tätigkeiten, die einer besonderen Genehmigung bedürfen. Unter letzteres fallen Arbeiten, die ein Fachmann oder eine Fachfrau ausführen müsste, zum Beispiel Mal- und Lackierarbeiten, Arbeiten an Heizungen, Elektroinstallationen oder Dächern, um nur einige zu nennen.

Natürlich müssen Sie darauf achten, dass Ihnen diese Dienstleistungen nicht als Schwarzarbeit ausgelegt werden. Wenn Sie einmalig oder eher sporadisch Dienstleistungen anbieten, sollten Sie vor der Erbringung Ihres Services unbedingt bei Ihrem zuständigen Gewerbeamt abklären, ob Sie dafür einen Gewerbeschein benötigen. Das wird von den unterschiedlichen Behörden wohl individuell gehandhabt. Wo Ihr zuständiges Gewerbeamt angesiedelt ist, ist von Gemeinde zu Gemeinde verschieden. Fragen Sie einfach telefonisch erst mal nach oder begeben Sie sich direkt mit den erforderlichen Unterlagen zum zuständigen Gewerbeamt. Aber keine Angst, selbst wenn Sie einen Gewerbeschein benötigen, bedeutet das nicht zwingend, dass Sie auch Gewerbesteuer zahlen müssen – dies ist erst ab einem höheren Betrag (im Moment ab 5000 € Gewinn) der Fall.

Sie benötigen zur Gewerbeanmeldung auf jeden Fall Ihren Personalausweis oder Ihren Reisepass mit Meldebestätigung.  Als ausländischer Staatsangehöriger müssen Sie einen Aufenthaltstitel mit der Erlaubnis, ein Gewerbe auszuüben, vorweisen. Wenn Sie noch nicht volljährig sind, brauchen Sie zur Gewerbeanmeldung eine Erlaubnis Ihres gesetzlichen Vertreters und eine Genehmigung des Vormundschaftsgerichts.

Wählen Sie der Angabe der angemeldeten Tätigkeiten einen möglichst allgemeinen Bereich aus, zum Beispiel Handel und Dienstleistungen aller Art (Ausnahme genehmigungspflichtige), damit einfach alle Ihre Dienstleistungen und Tätigkeiten über diesen einen Gewerbeschein abgedeckt sind. Nachträgliche Änderungen kosten nämlich Geld und Sie müssen nochmal beim Amt vorstellig werden. Wenn die allgemeine Beschreibung nicht direkt akzeptiert wird, müssen Sie entweder etwas beharrlicher darauf bestehen oder sich mit Plan B begnügen – das heißt dann, dass Sie alle Dienstleistungen detailliert aufführen. Jetzt noch die Gebühr für den Gewerbeschein bezahlt – fertig. Das Gewerbeamt wird die anderen zuständigen Stellen automatisch von Ihrer Gewerbeanmeldung in Kenntnis setzen, Sie brauchen sich also nicht selbst darum kümmern. Mit dem Gewerbeschein in der Hand sind Sie jedenfalls auf der sicheren Seite und können durchstarten.

Frisch ausgestattet mit Ihrem Gewerbeschein können Sie nun Aufträge suchen. Wie gesagt, vielleicht erst einmal bei Freunden und Bekannten und dann sollten Sie Ihren Aktionsradius erweitern, sprich mit Flyern, Annoncen und Aushängen auf sich aufmerksam machen. Eine eigene Website kann auch sehr hilfreich sein, wenn Sie sich das zutrauen. Im Internet gibt es auch einige Portale wie Quoka oder Local24, bei denen Sie inserieren können.

Bei der Festsetzung Ihrer Preise orientieren Sie sich am besten an den ortsüblichen Anbietern. Frohes Schaffen!