Blutspenden

Wenn Sie ein bisschen Geld benötigen und gleichzeitig noch etwas Karitatives tun wollen, bietet sich die Blutspende in jedweder Form an. Sie können Vollblut, Plasma, Erythrozyten oder Thromozyten bei einem Blutspendeinstitut Ihrer Wahl spenden. Es kann aber sein, dass Sie das nicht alles bei einem Institut in der näheren Umgebung spenden können oder Sie für die eine oder andere Spendeart generell oder momentan nicht geeignet sind.

Wie finden Sie überhaupt ein geeignetes Blutspendeinstitut? Ganz einfach: bei Blutspende & PlasmaspendeStKB oder Haema werden Sie bestimmt fündig. Die steuerfreie Aufwandsentschädigung beträgt je nach Spende zwischen 15 und 30 €, es können bei Plasma- und Thrombozytenspende aber sogar auch 40 € sein. Das hängt auch vom jeweiligen Institut ab.

Zunächst sollten Sie wissen, dass es eine Menge Kontraindikationen bei der Blutspende gibt: hierzu zählen Vorerkrankungen (zum Beispiel überstandene schwerwiegende Infektionen mit Folgeschäden), Medikamenteneinnahme (bei einigen Präparaten liegt es im Ermessen des Arztes), Operationen/Tätowierungen/Piercings (bis zu 4 Monate Sperre), aktuelle Erkrankungen (Schnupfen, Krebs, Herzgeschichten, Diabetes und ähnliches), Auslandsaufenthalte (speziell in den Tropen im letzten halben Jahr, aber auch in GB zwischen 1980 und 1996, ab einer Dauer von 6 Monaten) oder sogar das Gewicht (50 –  140 kg erwünscht). Auch Ihr Geburtsort (zum Beispiel in einem Malariagebiet) oder Ihre Lebensumstände (wie unter anderem Schwulsein, Promiskuität und Schwangerschaft/Stillzeit) können eine Blutspende unmöglich machen. Je nach Sachlage kann die Sperre dauerhaft oder temporär sein. Bei Impfungen ist die Sperrung, falls es überhaupt eine Sperre gibt, zum Beispiel immer nur temporär.

Wenn Sie nicht sicher sind, ob bei Ihnen eines der Ausschlußkriterien vorliegt, rufen Sie am besten bei dem Blutspendeinstitut Ihrer Wahl an und fragen dort nach. So ersparen Sie sich unnötige Fahrtkosten und Wartezeiten.

Nun endlich zu den Voraussetzungen: Sie müssen zwischen 18 und 60 Jahren alt sein, um als Erstspender tätig werden zu können. Je nach Ihrem Gesundheitszustand und Institut kann der Arzt Sie auch spenden lassen, wenn Sie älter als 60 Jahre sind (Dauerspender sogar bis 68 Jahre). Sie sollten im Moment gesund sein, sich fit fühlen, ausgeschlafen sein und innerhalb der letzten beiden Stunden eine leichte Mahlzeit zu sich genommen haben. Dann kann es jetzt losgehen – nehmen Sie sich für die Blutspende mit allem Drum und Dran mindestens zwei Stunden Zeit, damit Ihr Körper sie möglichst gut verkraftet. Im Anschluss an die Spende sollten Sie auch körperliche Anstrengungen meiden, schließlich muss Ihr Körper die fehlende Blutmenge oder eben die Spende erst einmal kompensieren.

Sie betreten also das Blutspendeinstitut rechtzeitig (spätestens eine halbe Stunde vor der Schließungszeit) und melden sich an der Anmeldung an. Das Personal wird Sie wahrscheinlich etwas unter seine Fittiche nehmen und Ihnen als Erstspender alles erklären. Nur zur groben Orientierung, manchmal ist das Prozedere auch etwas anders: Sie füllen einen Anamnesebogen (zur Erfassung von Risikofaktoren und Ausschlusskriterien) und eventuell einen Bogen mit einem vertraulichen Selbstausschluss aus. Manchmal ist der Selbstausschluss auch in den Anamnesebogen integriert. Dabei geht es darum, ob Ihr Blut wirklich jemandem zugeführt werden soll oder ob Sie nicht doch Bedenken haben. Mit diesem vertraulichen Selbstausschluss soll Ihre Kompromittierung vor Verwandten, Bekannten oder Freunden vermieden werden, die mit Ihnen zur Blutspende gekommen sind. Dann geben Sie die Unterlagen ab und legitimieren sich mit Ihrem Personalausweis. Sie werden vom Arzt in sein Sprechzimmer gebeten und dort noch einiges gefragt. Es finden noch einige Routineuntersuchungen wie die Messung von Blutdruck, Temperatur und Puls statt und dann folgt nach einem kleinen Blutbild (dazu benötigt man nur ein wenig Blut aus der Fingerbeere oder einer Vene) mit zufriedenstellendem Ergebnis (alle erforderlichen Blutbestandteile im Spendebereich) die Spende.

Dazu setzen Sie sich auf einen Behandlungstuhl und das Personal entnimmt Ihnen entweder einen halben Liter Blut aus einer Armvene (meist nimmt man nicht den dominanten Arm, aber es kommt auch darauf an, wo der Blutabnehmer fündig wird) oder es werden nur Blutbestandteile entnommen. Die Kanüle ist zwar etwas dicker, aber der Einstich ist kaum spürbar. Nun heißt es warten, nach 5 – 12 Minuten ist bei der Vollblutspende schon alles vorbei, die Erythrozytenspende dauert etwa 25 Minuten, die Plasmaspende 45 Minuten und die Thrombozytenspende 50 – 90 Minuten. Bleiben Sie nach der Spende noch so lange liegen, wie Sie es für nötig halten, nur keine Eile. Durch die Liegezeit oder den Blutverlust kann es zu massiven Kreislaufreaktionen kommen, wenn Sie sich zu hastig bewegen.

Trinken Sie vor und nach der Blutspende reichlich, um den Flüssigkeitsverlust bei der Vollblutspende auszugleichen. Das Getränk darf ruhig zuckerhaltig sein, damit Sie ihrem Körper genügend Energie bereitstellen. Wenn Sie möchten, knabbern Sie auch einen oder mehrere der zur Verfügung gestellten Snacks. Ruhen Sie sich auf jeden Fall ausreichend aus, bevor Sie das Institut verlassen – gerade bei einer Erstspende ist das enorm wichtig.

Die Spendeabstände sind sehr unterschiedlich:

Thrombozytenspende – alle 2 Wochen

Plasmaspende – jede Woche, maximal 44 mal im Jahr

Vollblutspende – Männer alle 8 Wochen, Frauen alle 12 Wochen

Erythrozytenspende – Männer alle 16 Wochen, Frauen alle 24 Wochen

Wenn Sie die einzelnen Spendenarten kombinieren wollen, müssen Sie wiederum auf andere Mindestabstände achten. Fragen Sie einfach beim Personal nach.

Einige Blutspendeinstitute bieten sogar „Spender werben Spender“-Aktionen an, für die der Spender Gutscheine erhält. Die kann man ja mit dem Geworbenen teilen.