Als Fahrradkurier arbeiten

Sind Sie über 18 Jahre alt, körperlich fit, fahren gerne und relativ schnell auf dem Fahrrad durch die Gegend und nennen einen gut funktionierenden Drahtesel Ihr Eigen? Dann können Sie sich als Fahrradkurier betätigen. Wenn Ihnen das zu anstrengend ist oder Sie Ihren Aktionsradius erweitern wollen, können Sie sich auch als motorisierter Kurier verdingen.

Das Transportgut von Fahrradkurieren beschränkt sich nicht nur auf Briefe und wichtige Dokumente, sondern auch Medikamente, Blumen, Geschenke, verschiedene Tickets, Einkäufe, Laborproben, Blutkonserven und vieles mehr werden von den fleißigen Kurieren befördert. Sogar wenn jemand irgendwo etwas vergessen hat, kann er einen Fahrradkurier beauftragen, es ihm wiederzubringen (natürlich nur, wenn er weiß, wo er es liegengelassen hat).

Ein Fahrradkurier braucht neben einer guten Kondition auch gute Umgangsformen. Das heißt, immer freundlich zur Kundschaft zu sein, auch wenn Ihnen etwas gegen den Strich geht oder Sie Stress haben. Der Kunde ist König und Sie wollen doch weitere Aufträge, oder? Ihre Kleidung sollte praktisch sein und professionell aussehen.  Passen Sie Ihr Outfit den äußeren Witterungsbedingungen an. Bestens bewährt hat sich da der Zwiebellook, denn dass es einem beim Radfahren warm wird, müssten Sie ja schon mitbekommen haben. Ganz wichtig ist auch der Regenschutz, denn mit durchweichten Klamotten fährt es sich nicht ganz so gut und Sie tropfen der Kundschaft den Boden voll. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich zu schützen. Das sollte aber natürlich nicht auf Kosten Ihrer Mobilität gestehen. Ihre Kuriertasche soll auf jeden Fall wasserdicht sein und der Inhalt gut zu überblicken. Sie sollten auch ziemlich flott im Reparieren eines Platten sein, denn Zeit ist Geld.

Zur Sicherheit im Strassenverkehr ist zu sagen, dass Sie einen Helm tragen und natürlich die Straßenverkehrsordnung befolgen müssen. Ihr Fahrrad muss alle Voraussetzungen erfüllen, damit Sie keinen Ärger mit den Ordnungshütern bekommen und sich auch im Versicherungsfall nichts zuschulde kommen lassen. Bei Eis und Schnee müssen Sie besondere Vorsicht walten lassen und am besten Ihr Fahrrad entsprechend ausrüsten. Es gibt Reifen mit Schneeprofil oder sogar mit Spikes. Wenn Sie wirklich gerne Radfahren, wird Sie der Job zwar oft an Ihre Grenzen bringen, aber Ihnen dennoch Spaß machen. Das ist ja auch schon eine Menge wert, oder?

Wenn Sie wie gesagt Ihren Aktionsradius erweitern wollen, können Sie auch als motorisierter Kurier arbeiten, entweder mit dem Auto, einem Transporter oder sogar mit einem LKW. Auch hier stellt entweder die Firma den Wagen oder Sie müssen Ihren eigenen benutzen.

Als Kurier arbeiten Sie meist selbstständig, manchmal auch angestellt (Stundenlohn 7,50 – 20€, eventuell mit Gewinnbeteiligung) mit Kurierdiensten zusammen. Die Kurierdienste stellen Funkgeräte und Kleidung, zum Teil auch Fahrräder. Sie können auch versuchen, Ihren eigenen Kurierdienst aufzuziehen, aber dann dauert die Kundenakquise entsprechend lang. Wenn Sie selbstständig mit einem Kurierdienst kooperieren, erhalten Sie zwischen 65 und 80% des eingenommenen Geldes. Als Selbstständiger müssen Sie natürlich ein Gewerbe anmelden. Dazu begeben Sie sich einfach zu dem für Sie zuständigen Gewerbeamt – wo sich das befindet, ist von Gemeinde zu Gemeinde verschieden. Vor Ort erhalten Sie dann nach Vorlage Ihres Ausweises gegen eine geringe Gebühr einen Gewerbeschein. Weitere betroffene Institutionen (Finanzamt, IKK etc.) werden dann vom Gewerbeamt informiert und melden sich später bei Ihnen.